Frohe Weihnachten!
Der Förderverein Haus Conrath wünscht Ihnen ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest und erholsame Tage. Mit dem traditionellen Adventskaffee hat auch unser Förderverein sein umfangreiches Jahresprogramm 2009 beendet. Eine Attraktion an diesem Nachmittag war die in der kleinen Stube aufgebaute große provenzalische Krippe mit über 30 Figuren, die sowohl von den Erwachsenen als auch von vielen Kindern bestaunt wurde. Das Besondere an den Krippen aus der Provence ist, dass sie oft ein komplettes Dorfleben darstellen und Personen aus dem Alltag neben der Krippe mit der Heiligen Familie zu finden sind: Schreiner, Metzger, Marktfrauen und viele andere traditionelle Berufe und Tätigkeiten waren auch bei der im Haus Conrath ausgestellten Krippe zu sehen. Wir möchten uns an dieser Stelle recht herzlich bei Eva Zacharias bedanken, die uns dieses wunderschöne Figurenensemble zur Verfügung gestellt hat. Mit dem Foto eines Teils dieser Krippe verbinden wir unseren Wunsch, dass auch unsere Mitglieder, Freunde und Förderer sich etwas von den Anstrengungen der letzten Monate erholen und für das neue Jahr etwas Kraft schöpfen können.

Weihnachtssingen im Haus Conrath
Und noch etwas war anders als gewohnt bei dem diesjährigen Adventskaffee: Rainer Kühnel, in Karlsbad bekannt durch seinem Akkordeonspiel, wurde von Freun-den überredet, sein Instrument ins Haus Conrath mitzubringen und es ergab sich innerhalb kurzer Zeit, dass alle Gäste mit seiner Begleitung Weihnachtslieder anstimmten. Es entstand eine fröhliche, weihnachtliche Stimmung beim gemeinsamen Singen und der Förderverein überlegt, ob nicht in einem der nächsten Kulturprogramme ein gemeinsames Singen alter Volkslieder seinen Platz haben sollte.
Fotos in der Bildergalerie!
Dezember 2009
„Rund – Bunt – Filz“
Filzobjekte von Ulrike Eblenkamp
Traditionsreiche Technik - Modernes Design
Vor sechs Jahren hat Ulrike Eblenkamp das Filzen als ihr Hobby entdeckt und sich seither intensiv mit dieser uralten Technik beschäftigt. Wer jedoch dabei an graue Filzpantoffeln denkt, hat sich getäuscht. Mittlerweile ist es für sie mehr als nur ein Hobby und man kann ohne Übertreibung von Kunsthandwerk sprechen. Ulrike Eblenkamp zeigte in ihrer Ausstellung verschiedene Objekte aus Filz: Schalen und Gefäße, Tischläufer, Taschen, Schals, eine erstaunliche Vielfalt ihrer Arbeit hat sie im Haus Conrath präsentiert. Stilelemente sind bei Ulrike Eblenkamp lebendige Farben, klare Linien und Formen, die den visuellen Eindruck ihrer Objekte bestimmen. Mit dem Einsatz verschiedener Fasern – neben diversen Wollsorten wird auch Seide verarbeitet – kommt ein weiterer reizvoller Akzent hinzu.
Für Ulrike Eblenkamp, die auch Kurse in der Technik des Filzens anbietet, ist es wichtig, dass beim Filzen sehr viel handwerkliche Tatkraft und körperlicher Einsatz zur Geltung kommt. Das Kneten und Walken der Wolle hat etwas „Handfestes“ und es verwundert nicht, dass auch in der Heilpädagogik diese Technik einen festen Platz hat.
In einem alten, denkmalsgeschützten Haus alte Handwerkstechniken mit modernem, zeitgemäßen Design: Ein reizvoller Kontrast.
Bilder in der Bildergalerie!
November 2009
„Herbarium“: Ausstellung von Ingrid Ott
Zwar ist im Herbst nicht mehr die Blütenpracht der Sommermonate in der Natur zu sehen, aber trotzdem hält diese Jahreszeit eine erstaunliche Farbenpracht für uns bereit. Nicht mehr die grelle Buntheit des Sommers springt ins Auge, sondern eher die verhaltenen Farbtöne des fallenden Laubes prägen diese Jahreszeit. Vielleicht war es kein Zufall, dass Ingrid Ott, die in Karlsbad –Spielberg lebt und dort ihr Atelier hat, sich diese Jahreszeit für ihre Ausstellung „Herbarium“ auswählte. Pflanzen oder Pflanzenteile sind der Ausgangspunkt für ihre Arbeiten. Blätter, Blüten, Stängel, an sich oftmals schon kleine Kunstwerke am Wegrand, sind der Ausgangspunkt im künstlerischen Schaffen von Ingrid Ott. Sie werden auf einem Träger, entweder Leinwand oder Papier angebracht und abwechselnd mit einer Lasur aus Gesteinsmehl und selbst hergestellten Farbpigmenten und hauchdünnem Japanpapier überzogen. Bis zu zwanzig Schichten werden aufgetragen, bevor mit einer selbst hergestellten Bienenwachssalbe der Schlussauftrag erfolgt und so das Ursprungsmaterial mit der Beschichtung zu einem eigenständigen Kunstwerk geworden, oder besser gewachsen ist, könnte man in Anlehnung an die Natur sagen.
Fotos in der Bildergalerie
November 2009
Anja Wiebelt: "Kleines - Feines"
„Kleines – Feines“ war der Titel der Ausstellung, in der die Goldschmiedin und Schmuckdesignerin Anja Wiebelt ausgewählte Arbeiten im Haus Conrath zeigte. Klares Design, elegante Formen und edles Material sind die Kennzeichen der Unikate, die Anja Wiebelt in ihrem Atelier entworfen und gefertigt hat. In dem reizvollen Ambiente des historischen Gebäudes mit seinem rustikalen Fachwerk bildeten die grazilen Objekte – wie immer professionell und stilvoll präsentiert - einen reizvollen Kontrast. Ergänzt wurden die Arbeiten durch Objekte, die die Neugier des Betrachters herausforderten. Dazu präsentierte Anja Wiebelt Skizzen und Gemälde in verschiedenen Techniken. Fotos von der Ausstellung, die eine große Resonanz fand, in der Bildergalerie
November 2009
Adventsausstellung
Mit der traditionellen Adventsausstellung von Sabine Heinrich vom Blumengeschäft "s'Pflänzle" hat die Reihe unserer Ausstellungen zum Jahresende begonnen. Die Floristin zeigte in der reizvollen Atmosphäre des Hauses meisterlich gebundene Adventsgestecke, Tischschmuck und weihnachtliche Dekorationen. Fotos der Ausstellung, die sehr viele Besucher nutzten, um sich auf die kommende Adventszeit einzustimmen, in der Bildergalerie.
November 2009
Starke Vorstellung!
Dass der Jazzabend mit dem Lisa Müller Trio etwas ganz Besonderes werden würde, war jedem klar, der in den Vorankündigungen die Biografien der drei Studenten an der Musikhochschule Köln gelesen hatte. Die Anzahl der Auszeichnungen und Preise, die Lisa Müller, David Andres und Sebastian Scobel bisher gewonnen haben sprach einfach für sich. Und schon das erste Lied, „Moanin‘“ - ein getragener, bluesgefärbter Song - machte sofort

deutlich, was die Qualität des Trios ausmacht. Die Stimme von Lisa Müller, klar und ohne übertriebene Affekte, zog die über 100 Gäste im Evangelischen Gemeindezentrum in Langensteinbach sofort in ihren Bann. David Andres am Klavier und Sebastian Scobel am Bass standen in keiner Weise im Schatten von Lisa Müller, sondern trugen mit virtuoser Beherrschung ihrer Instrumente ihren Teil dazu bei, dass sich hier ein perfekt aufeinander eingespieltes Trio präsentierte. Hoch konzentriert und fasziniert verfolgte das Publikum den Auftritt und staunte über die scheinbare Leichtigkeit, mit der die drei Musiker alle Möglichkeiten ihrer Stimme bzw. ihrer Instrumente ausloteten. Egal ob ein Wiegenlied in Form einer Jazzballade („Tired little one“), ein Höhepunkt gleich am Anfang des zweiten Sets oder die Interpretation eines Songs von Sade („Is it a crime“) ließen die Zuhörer spüren, was die Faszination dieser Musik ausmacht. Langer und herzlicher Beifall belohnte jeden einzelnen Song und insbesondere mit ihren Eigenkompositionen setzte Lisa Müller unverwechselbare Akzente. Erst nach zwei Zugaben konnten Lisa Müller, David Andres und Sebastian Scobel die Bühne verlassen, von vielen Zuhörern gefragt, wann die erste CD des Lisa Müller Trios erscheint.
Weitere Fotos von diesem beeindruckenden Abend in der Bildergalerie!
Oktober 2009
Besuch aus Waldbronn
Das hat uns natürlich gefreut, dass Ulrike Vogel und der Info-Verlag Karlsruhe das Haus Conrath in Langensteinbach ausgewählt hatten, um das neue Buch der Autorin der Öffentlichkeit zu präsentieren. „Mir spare beim Schwätze“ ist es betitelt und belegt, dass Ulrike Vogel den Mundartpreis des Arbeitskreises Heimatpflege aus gutem Grund bekommen hat. Alltägliche Begebenheiten, die jeder irgendwie kennt, überspitzte sie humoristisch und lies die Zuhörer schmunzeln oder sogar laut auflachen. Den Stress, den eine Einladung bei Freunden mit sich bringen kann, der schnarchende Ehemann, der alle Träume der einschlafenden Ehefrau von Richard Gere zunichte macht oder die quälend langweiligen Rituale einer Lehrerfortbildung sorgten für Erheiterung, aber auch für das komische Gefühl, dass die Geschichten irgendwie doch den eigenen Alltag widerspiegeln.

Musikalisch umrahmt wurde die Lesung von Petra Sieb-Puchelt (diatonisches Akkordeon) und Sven Puchelt (Gitarre, Hackbrett), die mit gekonnt vorgetragenen volkstümlichen Melodien aus der Bretagne dafür sorgten, dass sich die Lachmuskeln der Zuhörer erholen konnten. Wie es sich für einen Freitagabend im Haus Conrath gehört, erlebten die Gäste eine heiter-entspannte Atmosphäre, bei der natürlich auch ein kleiner Pausensekt nicht fehlen durfte. Und noch ein kleiner Nebeneffekt:
Irmgard Bruder, Hildegard Hüttner und Friederike Wanner aus Karlsruhe, die an den letzten beiden Wochenenden im Haus Conrath ihre beachtenswerte Ausstellung „Textile Bilder“ zeigten, erlaubten uns, ihre Arbeiten auch noch während der Lesung auszustellen, was für einen zusätzlichen Akzent sorgte.
Wer an dem Abend nicht kommen konnte, dem sei das Buch zur Lektüre empfohlen: Ulrike Vogel: „Mir spare beim Schwätze“, Info-Verlag Karlsruhe, €9,80. Zu beziehen über die Buchhandlung Lettera, Weinbrennerstraße 3, Langensteinbach, Tel.: 07202/942240.
September 2009
Textile Bilder:
Von Irmgard Bruder, Hildegard Hüttner und Friederike Wanner
Nochmals geöffnet am 23./24. und 26./27. September jeweils von 14 bis 18 Uhr, Eintritt frei.
Schmuck, Aquarelle, Ölgemälde, Töpferarbeiten, Blumengestecke, Architekturzeichnungen und vieles mehr waren schon in Ausstellungen im Haus Conrath zu sehen. Am kommenden Wochenende aber feiern wir eine Art Premiere in unserem Haus. Irmgard Bruder, Hildegard Hüttner und Friederike Wanner aus Karlsruhe stellen unter dem Titel „Textile Bilder“ ausgewählte Arbeiten ihres langjährigen Schaffens vor. Die drei Textilkünstlerinnen arbeiten seit vielen Jahren zusammen und haben sich der Technik des Quiltens verschrieben.
Arbeiten der Gruppe waren schon in Ausstellungen in Amerika und Frankreich zu sehen. Ulrike Wanner gelang es schon zweimal auf der Biennale des Textilmuseums in Heidelberg trotz großer Konkurrenz Arbeiten von sich zu platzieren. Klares, modernes Design, harmonisches, aber auch kontrastreiches Zusammenspiel von Formen und Farben und handwerkliche Perfektion sind Markenzeichen der Arbeiten, die mit dem historischen Fachwerkhaus einen reizvollen Kontrast ergeben, wie die Fotos in unserer Galerie belegen.
Wer noch keine Gelegenheit hatte, die Arbeiten der drei Karlsruher Künstlerinnen zu bewundern, sollte dies an den oben genannten Terminen nochmals tun.
September 2009
„Historische Orte des Genusses“
war das Motto des Tages des offenen Denkmals am vergangenen Sonntag, der alljährlich von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz im September veranstaltet wird und an dem sich der Förderverein Haus Conrath regelmäßig beteiligt. Den Besucherinnen und Besuchern soll an diesem Tag ein Eindruck vom Lebensalltag unserer Vorfahren verschafft werden und so standen diesmal im Haus Conrath die Ess- und Trinkgewohnheiten der bäuerlich geprägten Lebenswelt früherer Zeiten im Vordergrund.
Ganz im Sinn des Themas durchströmte der Duft frisch gebackenen Kuchens und aromatischen Kaffees das Haus Conrath. Bewusst hatte der Förderverein diesmal auf das sonst übliche große Kuchenbüffett verzichtet und dafür direkt in der – allerdings modern eingerichteten - Küche des Hauses Blechkuchen serviert, „wie ihn Großmutter noch kannte“.
Parallel dazu war in der kleinen Stube des Hauses eine Ausstellung eingerichtet worden, die eindrucksvoll eine Vorstellung von dieser bäuerlich geprägten Lebenskultur vermittelte. Dass die Fähigkeit zum Genießen auch in der Welt der Bauern und Handwerker gepflegt wurde zeigten Geschirrteile, Bestecke und Trinkgefäße, die liebevoll arrangiert waren und die den Eindruck einer sonntäglich gedeckten Tafel vermittelten. Dass der Genuss aber in dieser Welt immer mit Arbeit verbunden war, verdeutlichte eine Vielzahl historischer Küchengeräte, die den jüngeren Besuchern häufig unbekannt waren. Vieles stammte aus Privatbesitz, viele Exponate wurden aber auch dankenswerter Weise von den Heimatstuben in Waldbronn zur Verfügung gestellt. So war statt eines vollautomatischen Waffeleisens mit Thermostat und Teflonbeschichtung ein gusseisernes Waffeleisen für den mit Holz befeuerten Herd zu sehen oder statt moderner Küchenmaschinen alte Fleischwölfe, Mohnmühlen und vieles mehr. Teilweise durften die Geräte auch ausprobiert werden und die Kinder und Jugendlichen, die mit ihren Eltern einen Ausflug in die Vergangenheit machten, erlebten, dass es doch etwas Geschick und Rechenkenntnisse braucht, Getreide mit einer Balkenwaage abzuwiegen oder dass man etwas Ausdauer braucht, um Kaffee mit einer alten Kaffeemühle von Hand zu mahlen.
Den Förderverein freute besonders, dass das Haus Conrath mittlerweile auch in der näheren Region bekannt ist und auch aus Ettlingen und Karlsruhe viele Gäste kamen, die sich alle von dem kleinen Schmuckstück am Ortseingang von Langensteinbach und der interessanten Ausstellung beeindruckt zeigten.
Um die große Anzahl der Gäste nur mit selbst gebackenem Kuchen zu bewirten hätten die Möglichkeiten des Fördervereins sicher nicht ausgereicht und deshalb bedankt sich der Verein bei der Bäckerei Richard Nussbaumer für den klassischen Blechkuchen, ganz „wie ihn Großmutter noch kannte“
Juli 2009
Die neuesten Bilder vom Festival in der Bildergalerie!
Kulturelle Vielfalt beim ersten SymBadisch-Schwäbischen MundArt-Festival auf der Pfarrwiese
Kabarettistischer Einfallsreichtum amüsierte das Publikum
Von Werner Bach
Ein glückliches Händchen bewies der Förderverein Haus Conrath als Veranstalter des ersten SymBadisch-Schwäbischen MundArt-Festivals auf der Pfarrwiese in Langensteinbach. Mit namhaften Künstlern der Kleinkunstszene war es gelungen, dem kulturellen Leben in Karlsbad einen weiteren Mosaikstein hinzuzufügen. Rote und gelbe Fähnchen wiesen den Weg ins ebenfalls mit den Farben Badens und Württembergs dekorierte Festzelt. Drei Tage ein Hörvergnügen der besonderen Art, das kam bei den insgesamt 400 Besuchern an.
Die Initiatorin, Fördervereinsvorsitzende Doris Müller, freute sich in ihrer Begrüßung über den, trotz Konkurrenzveranstaltungen, guten Zuspruch und darüber, dass es gelang eine solche geballte Qualität auf die „Albhöhe“ zu bringen. Bürgermeister Rudi Knodel, der die Schirmherrschaft übernommen hatte, stellte einerseits das Beleben des Hauses Conrath und andererseits das Wiederentdecken der Mundart heraus. Hans-Peter Klasser führte kurzweilig durch die drei Veranstaltungstage.
Mit ihrem anregenden Wechselspiel erwarben sich gleich am ersten Abend Werner Puschner und Claudia Pohel die Publikumssympathie. „Hinner de Lok kommsch ens Ziel – der wo ganz vorne fahrt dem klebe Mucke an de Stirn“, so eine der Weisheiten Puschners. „Wenn ich ein Felchen wär im Bodensee – das wär besonders schee. I dät die Angler necke… I dät die Nackede von unne seh…
Geschickt reagierte Werner Puschner mit einem Gedicht über ein Wochenenden am „Badisch-Schwäbischen Refugium“. Weitere Kostproben der „Lady der Liedermacherkunst“: das Nachbarspiel „Rum un num flieg Schneck“ oder Aktuelles zur Gesundheitsreform: „Die nimmt Formen an, dass der Zahnarzt schon fragt, hen se noch en Silberleffel dehoim?“ Die klare Stimme, das Gitarren- und Harfenstiel Claudia Pohels ließen die Zuhörer erstaunen.
Mit Lust am Musikmachen präsentierten sich am zweiten Abend Dieter Huthmacher und Band. Das ließ nicht nur die Herzen der Mundartfans höher schlagen. Wenn Zeitungs-Rap und Frühlingsblues angesagt sind, ist Stimmung vorprogrammiert. Matthias Hautsch holte aus seiner Gitarre Töne von großer Klangqualität heraus und Oliver Taub (Piano), Torsten Steudinger (Bass) sowie Marcel Millot (Schlagzeug) vervollständigten das virtuose Spiel. Um die Musik herum, mitten durch und dazwischen begab sich Dieter Huthmacher auf Spurensuche. Kleine Dinge, die heimatliche Gefühle wecken: „Bleibe un fortgange, gucke und seh“. Heiter kratzte der Dachtraufschwabe an so manchen Unzulänglichkeiten. „Wenn se gscheit sen d’Leit, bleibe se doof und brenges weit.“ „Däd i sage was i denk, no kennt i here was i meun”, Huthmachers Beobachtungen zu den arg zurückhaltende Pforzemer.
Zur Matinee am Sonntag traten mit dem Duo Aurezwicker (Ohrenzwicker) zwei Urschwaben auf. „Willst du keinen Streit und Ärger meide jeden Württemberger“, konstatierte Helmut Pfitzer. Gleichzeitig betrieb er Aufklärung über zwei Sorten von Schwaben mit dem Stuargarder und dem Älbler, von denen einer Reinhold Hittinger aus Balingen kommend isch. Zur schwäbischen Kabaretttherapie gehörte auch den Badenern zu erläutern, dass e Muckeseggele die kleunscht schwäbisch Maßeinheit isch. Fröhliche Stimmung herrschte als Reinhold Hittinger seine Tuba blies, was für ihn das beste Schlafmittel sei, den Nachbarn jedoch eher den Schlaf raube.
Als Schwabe fühle er sich geschmeichelt auf Badischem Hoheitsgebiet auftreten zu dürfen, meinte Johann Martin Enderle, der auch den „Schlusspunkt“ zu einem markanten und spritzigen Ereignis werden ließ. Seine Assoziationen zu „gschwend“ und zu „hebe“ waren ein Hörvergnügen, dem ein kullinarischer Streifzug durchs Badische und Schwäbische Kochbuch folgte. Dabei stellte Enderle fest, dass schwäbische Spezialitäten einen hohen Sättigungsgrad bei sparsamen Zutaten haben.
Der Ausgewogenheit wegen hatten die Organisatoren fürs leibliche Wohl „schwäbische Maultaschen“ und „badisches Schäufele“ auf der Speisekarte.
Juni 2009
Sparkasse Ettlingen fördert MundArt-Festival

Wer ein großes Projekt wie unser MundArt-Festival startet, braucht Partner, die verlässlich an seiner Seite stehen. Die Sparkasse Ettlingen zählt schon von Beginn der Sanierungsarbeiten am Haus Conrath zu den Sponsoren des Fördervereins. Und groß war natürlich die Freude, als Achim Reiser und Demir Jazvic (3. und 5. von links) dem Vorstand des Vereins einen Scheck über 1500€ überreichten, die dazu dienen sollen, einen Teil der notwendigen Aufwendungen für die Veranstaltung zu decken. Schließlich möchte der Förderverein Haus Conrath mit diesem Festival, bei dem namhafte Künstler aus ganz Baden-Württemberg auftreten werden, einen Beitrag zum kulturellen Leben in Karlsbad leisten, aber natürlich auch Einnahmen erzielen, die helfen sollen, die finanziellen Verbindlichkeiten zu erfüllen.
Für ein Geldinstitut wie die Sparkasse Ettlingen, für die die Verankerung in der Region ein Markenzeichen ist, war es eine Selbstverständlichkeit, die Arbeit des Fördervereins zu unterstützen. Achim Reiser und Demir Jazvic zeigten sich beeindruckt, wie aus dem vom Abbruch bedrohten Haus ein echtes Schmuckstück geworden ist. Die 1. Vorsitzende des Fördervereins, Doris Müller (4. von links) nahm zusammen mit anderen Vorstandsmitgliedern und mit Walter Knab, der zentralen Person bei den Sanierungsarbeiten, den Scheck entgegen. Sie betonte, dass die Sparkasse Ettlingen seit jeher zu den großzügigen Förderern des Vereins gehört, ohne die das Projekt nicht zu schaffen gewesen wäre. Der Förderverein Haus Conrath bedankt sich bei der Sparkasse Ettlingen und freut sich auf eine weitere gute Zusammenarbeit.
Juni 2009
Malerei und Keramik zur Sommerzeit
Anne Gündel, Hielta Schlifkowitz und Wiebke Töbe kennen sich schon seit Jahrzehnten und sie verbindet unter anderem die gemeinsame Liebe zur Kunst und zum Kunsthandwerk. Schon seit vielen Jahren arbeiten sie mit unterschiedlichen Techniken auf dem Gebiet der
Malerei und des Töpferns. Wir haben uns gefreut, dass sie jetzt die Gelegenheit ergriffen haben, ihre zahlreichen Arbeiten in einer gemeinsamen Ausstellung im Haus Conrath dem zahlreich erschienenen Publikum zu präsentieren. Anne Gündel stellte Gemälde und Zeichnungen aus, die von ihren Reisen in südliche Länder inspiriert waren, während der Akzent von Wiebke Töbe in teilweise streng geometrischen Arbeiten lag. Hielta Schlifkowitz präsentierte die ganze Bandbreite ihre Töpferarbeiten: individuelle Gebrauchskeramik, filigrane Tierfiguren oder märchenhafte, fast magische Figuren.
Eine besondere Freude für den Förderverein Haus Conrath war es natürlich, dass Hanspeter Klasser, der Schriftführer des Vereins, bei der Vernissage ein von Hielta Schlifkotwitz liebevoll und aufwändig hergestelltes Tonmodell des Hauses Conrath als Spende in Empfang nehmen durfte.
Fotos zur Ausstellung in der Bildergalerie.
Mai 2009
Internationaler Museumstag
Eigentlich war es schon eine kleine Schreiner – bzw. Malerlehre, die die Besucherinnen und Besucher des Hauses Conrath am Internationalen Museumstag am vergangenen Sonntag machen konnten. Entsprechend dem Titel „Altes Handwerk“ war im Haus Conrath eine Vielzahl historischer Handwerkszeuge zu sehen. In der großen Stube war die Hobelsammlung des Glasermeisters Gustav Denninger zu sehen, die Hildegard Ried zusammengestellt und arrangiert hatte. Dazu kamen alte Werkzeuge aus dem Bestand des Schreinermeisters Walter Knab, der ja die Renovierung des Hauses Conrath koordiniert hat und selbst viele der Gewerke im Haus Conrath in Hunderten von Arbeitsstunden ausgeführt hat. In der kleinen Stube waren wertvolle Exponate zur Geschichte der Ittersbacher Ziegelei zu sehen, die uns das Heimatmuseum Ittersbach freundlicherweise als Leihgabe zur Verfügung gestellt hat (Vielen dafür!). Dazu eine ganze Reihe alter und seltener Werkzeuge aus dem Betrieb des Malermeisters Eduard Kessler.

Selbstverständlich standen die beiden Handwerksmeister an diesem Tag zur Verfügung und erklärten ausführlich allen Gästen die Funktion der alten Werkszeuge. Im Obergeschoss hatte die Goldschmiedin und Schmuckdesignerin Anja Wiebelt ihr Atelier geöffnet und lies sich über die Schulter schauen. Die von ihr ausgestellten Exponate bildeten einen reizvollen Kontrast zwischen modernem Kunsthandwerk im Obergeschoss des Hauses und alten Handwerkstechniken im Untergeschoss. Und bei der Arbeit auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen darf, wurde in den Zeltpavillons eine großes Kuchenbuffet angeboten, das zeigte, dass zum Förderverein Haus Conrath genügend Mitglieder und Freunde gehören, die auch das Handwerk des Konditors perfekt beherrschen. Der Förderverein bedankt sich bei allen Leihgebern, allen Helferinnen und Helfern und natürlich bei den vielen interessierten Gästen.
Mai 200
Gabi Hartmann im Haus Conrath
Noch mal ein großer Applaus an dieser Stelle für Gabi Hartmann, die mit ihrem Liederabend „Recht vergnüget kann man leben, wenn man lebet ohne Weib!“ unsere letzte Veranstaltung im Haus Conrath zu einem vollen Erfolg werden ließ. Es war ein echtes „Live-Konzert“: In der speziellen Atmosphäre des Hauses entstand sofort ein enger Kontakt zwischen der Künstlerin und ihrem Publikum. Die „alten Lieder in altem Gemäuer“ wurden von Gabi Hartmann souverän vorgetragen, ohne technische Hilfsmittel, immer im Dialog mit den Zuhörern, die sich der Faszination der lupenreinen Sopranstimme nicht entziehen konnten. Und ein ganz bewegender Moment war es natürlich, als bei der abschließenden Zugabe „Gute Abend, gute Nacht“ das Publikum spontan mit einstimmte.
März 2009
„Kontrastreiches“ Klangerlebnis in der Ludwigskirche
Strahlende Gesichter bei allen Beteiligten: Das Konzert „Kontrastreich“ in der Evangelischen Ludwigskirche am vergangenen Sonntag war ein voller Erfolg. Das Akkordeonorchester AccoMusica und der Kammerchor 140 haben sich in dieser nicht alltäglichen Kombination zusammengetan und – unterstützt von der Mezzosopranistin Malika Reyad – zwei Stunden eine Leistung geboten, die die ungeteilte Bewunderung bei den Zuhörern hervorrief. Das Programm hatte seinen Schwerpunkt in geistlichen Werken aus fünf Jahrhunderten und war gut aufeinander abgestimmt. Man spürte, dass die Atmosphäre in der Ludwigskirche mit den zahlreichen und interessierten Gästen, sowohl Chor als auch Orchester anspornten und zu einer perfekten Leistung trug. In der Einladung war von zwei „hochkarätigen Klangkörpern“ gesprochen worden und schon nach den ersten Stücken – vor allem nach zwei Melodien von Edvard Grieg (AkkoMusica)und drei skandinavischen Mariengesängen (Chorus 140) - war klar, dass das Prädikat „hochkarätig“ seine Berechtigung hatte. AccoMusica zeigte sehr schnell, dass die Vorbehalte gegenüber dem Instrument „Akkordeon“, das gerne nur der Volksmusik zugeordnet wird, auf Unkenntnis beruhen und dass das Orchester auch in der klassischen Musik brillieren kann. Schnell war klar, dass die vielen Preise und Auszeichnungen für die Formation kein Zufall sind.

Der Chorus 140 (die Zahl 140 bezeichnet die Zahl der gemeinsamen Auftritte der jungen Sängerinnen und Sänger – demnächst wird der Chor dann also Chorus 141 heißen) faszinierte durch seine Geschlossenheit und seine Stimmen, die scheinbar mühelos ohne Instrumentalbegleitung den Raum füllten. Kein Hüsteln oder Geraschel im Publikum, atemberaubende Stille und Konzentration noch nach dem Ende der Stücke und dann anerkennender und lang anhaltender Applaus des beeindruckten Publikums.
Der Förderverein Haus Conrath hatte es seit längerem wieder einmal gewagt, eine Großveranstaltung dem Karlsbader Publikum anzubieten und war von der Resonanz überwältigt und darüber erfreut. Nach der Orgelwoche der Evangelischen Kirchengemeinde in der Ludwigskirche, die ja schon Maßstäbe setzte, fand hier erneut Konzertereignis statt, das nicht alltäglich war.
Wir bedanken uns….
• natürlich zuerst bei dem Orchester AccoMusica, dem chorus 140 und der Mezzosopranistin Malika Reyad, die dieses außergewöhnliche Konzert auf einem beeindruckenden Niveau ermöglicht und bestritten haben,
• bei den vielen Gästen, die diese Veranstaltung zu einem großen Erfolg werden ließen,
• bei der Bäckerei Richard Nussbaumer, die uns die Bewirtung mit leckeren Snacks durch ihre Spende ermöglichte,
• und bei der Evangelischen Kirchengemeinde Langensteinbach, die uns gestattete, dieses beeindruckende Konzert in der ebenso beeindruckenden Ludwigskirche durchzuführen und uns dabei in vielerlei Hinsicht unterstützte.
März 2009
Die Alte Apotheke zu Gast im Haus Conrath
Die Alte Apotheke zählt zu den markanten Gebäuden in Langensteinbach, die untrennbar mit der Ortsgeschichte verbunden sind. Nur wenige Einwohner in Langensteinbach wissen aber, dass sich dort seit einiger Zeit eine junge, lebendige Kunstszene entwickelt hat. Constanze Zacharias und Nemanja Sarbajic arbeiten dort und stellen ihre Werke dort aus. Am vergangenen Wochenende präsentierten sie ihre Arbeiten im Haus Conrath. Einmal mehr zeigte sich, dass das Haus Conrath kein Haus ist, in dem nur versucht wird, die Vergangenheit fest zuhalten, sondern dass hier auch die Moderne ihren Platz hat. Schon das rote Seil, das um das Haus gewickelt war und mit dem es an den Baumstümpfen im Vorgarten angebunden war, so als wolle man das Haus daran hindern, weg zu fliegen, bereitete die Besucher darauf vor, dass im Inneren Fotos und Objekte warteten, die althergebrachte Sehgewohnheiten auf die Probe stellten.
In der großen Stube: Collagen, verfremdete Schallplattenhüllen, ein den Boden ganz verdeckender Teppich, der mit seinen Bemalungen selbst zum Kunstobjekt wurde. In der kleinen Stube: Schwarz-Weiß-Fotos, auf einer Wäscheleine fast wie früher in einer Dunkelkammer oder im Gegensatz dazu als Diashow auf einem Laptop präsentiert. Auf einem massiven Tisch aus dem vorigen Jahrhundert über 50 Fotos, auf denen sich die Besucherinnen und Besucher der Alten Apotheke selbst in einer stets gleichen Umgebung inszenierten. Fast versteckt: Skizzenbücher und ein liebevoll und mit Sorgfalt erstelltes Buch, in dem Fotos der Alten Apotheke zusammen mit Grundrissen und Fassadenaufrissen eine Hommage an das altehrwürdige Gebäude bildeten. Die Ausstellung von Constanze Zacharias und Nemanja Sarbajic, zeigte, dass das „alte“ Haus Conrath keine Berührungsängste mit der Jugend hat und selbst erstaunlich jung sein kann.
Februar 2009
Fulminanter Start im Haus Conrath!
Es war ein gelungener Start für das Kulturprogramm im Haus Conrath:
Dieter Huthmacher, Liedermacher, Kabarettist und Graphiker aus Pforzheim eröffnete die Veranstaltungsreihe mit seinem Programm „Guck“ und füllte die große Stube bis auf den letzten Platz. Mit prägnanter Stimme, ausdrucksvoller Mimik und virtuosem Gitarrenspiel fesselte er seine Zuhörer. Und natürlich seine Texte: Mit einem Humor, der nie platt ist und einer nicht zu überbietenden Genauigkeit beschreibt er die Originale seiner schwäbischen Heimat in ihrer Widersprüchlichkeit aber auch in ihrer Liebenswürdigkeit. Ob im „Brodbäck“ ein Ortsvorsteher karikiert oder in den „Freunden“ eine melancholisch-heitere Erinnerung an alte Bekannte vorgetragen wird, die Zuhörer zieht er immer in seinen Bann.
Wer diesen Liederabend versäumt hat, braucht sich nicht zu ärgern: Bei unserem ersten „Symbadisch-Schwäbischen MundArt-Festival“ vom 3. bis zum 5. Juli 2009 wird Dieter Huthmacher zusammen mit Werner Puschner und anderen hochkarätigen Künstlern auftreten. Die Zuhörer vom letzten Freitag werden mit Sicherheit dabei sein!
Dass Dieter Huthmacher nicht nur als Kabarettist und Liedermacher ein Könner ist, sondern auch als Maler und Graphiker, beweisen seine Aquarelle, die er parallel zu seinem Konzert im Haus Conrath ausstellte. Sie sind noch bis zum 22. Februar im Haus Conrath zu sehen. Besuchen Sie unsere Kaffeestube am Sonntag den 22.02. von 14 bis 17 Uhr, genießen Sie Kaffee und Kuchen und nehmen Sie die Gelegenheit war, Dieter Huthmachers Aquarelle auf sich wirken zu lassen.